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American Blues Legends 1974

Montag, März 4th, 1974

Aus dem „Hamburger Abendblatt“ vom 04.03.1974

Statt Blues nur noch ein Schmierentheater

Tendenz lustlos – das war die Stimmung beim Konzert der American Blues Legends 74 gestern abend in der Kleinen Musikhalle. Das erste Hamburger Konzert dieser Serie am vergangenen Jahr hatte viel erwarten lassen. Diesmal war es leider Schmierentheater.

Ein Lichtblick: Isiah „Doctor“ Ross mit seinem ländlichen Blues und Boogie Woogie. Er machte alles selbst: Mundharmonika noch am besten, die Gitarre ging auch ganz schön in die Beine, und in seiner Stimme schwang der Blues, die sorgenbrechende Kadenz.

Unterhaltsam war auch der alternde Piano-Entertainer „Cousin Joe Pleasant“, eine Mischung aus Fats Domino und Champion Jack Dupree. Dagegen blies „Big John“ Wrencher, der große einarmige Mann, zwar eine stramme Mundharmonika, aber für richtigen Blues ließ er sich viel zuwenig gehen.

Eddy „Playboy“ Taylor und George G. P. Jackson zupften abwechselnd die Gitarre zum Klang einer Art elektronischem Metronom in Ermangelung eines Schlagzeugers. Kein beneidenswerter Job . . . hk

American Blues Legends 1973

Freitag, Februar 2nd, 1973

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Aus dem „Hamburger Abendblatt“ vom 27.02.1973

Rollender schwarzer Blues berauschte die Jazzfans

Sie heißen Boogie Woogie Red, Oakland Jonny Mars, Paul Riley (unser Bild, von links), Homesick James, Snooky Prior, Lightnin‘ Slim, Whispering Smith und John Hunt. Und sie alle haben den Blues im Blut. Als „American Blues Legends“ kamen sie nach Hamburg, um ihre Folklore, den rockenden, rollenden schwarzen Blues zu spielen. Bis spät in die Nacht hinein war das jugendliche Publikum im Malersaal des Schauspielhauses im Blues-Rausch, der Lahme wieder aufstehen läßt und Traurige zum Lachen bringt. Die Begeisterung beruhte auf Gegenseitigkeit – so viel Resonanz beim Publikum schlug auch die Musiker in Bann, und fast schien es, als wurde gestern eine Brücke vom Malersaal zum Mississippi geschlagen. hk