Posts Tagged ‘Blues’

Johnny Winter 1984

Montag, Juni 18th, 1984

Spargeltarzan mit Blues-Power: Johnny Winter (dass man ihn „die Gitarre“ nennt, war allerdings die Eigenmächtigkeit eines Redakteurs)

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Mein Artikel im „Hamburger Abendblatt“ vom 18.6.1984

Die Gitarre war da

Johnny Winter (40), genannt „die Gitarre“, war da. Der texanische Albino mit der stampfenden, singenden, orgelnden Blues-Gitarre spielte am Sonnabend im Stadtpark auf der Freilichtbühne. Seit 25 Jahren ist er eine lebende Legende und hat nichts verlernt. Seme Gitarre klingt immer noch wie ein ganzes Orchester mehr als einen Bassisten und Schlagzeuger braucht Johnny nicht um die Puppen tanzen zu lassen.

Count Basie

Freitag, Oktober 11th, 1974

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Feinschmecker genossen Jazz
11.10.1974

Oscar Peterson, William „Count“ Basie und Joe Turner – drei Namen, drei überlebensgroße Jazzmusiker. Sie heimsten gestern abend im Congress Centrum reichlich Beifall für ihren Auftritt ein. Denn im Publikum saßen Feinschmecker, die wußten zu genießen.

Erst Oscar. Es ist immer wieder verblüffend, wie virtuos und elegant dieser ungelenke, schwere Mann mit dem Flügel Zwiesprache hält. Diesmal offenbarte er einen neuen sympathischen Zug: Als Count Basie ihn auf ein paar Stücke begleitete, war Oscar richtig fröhlich. Sympathisch waren auch die anderen Musiker.

Bescheiden, Immer schmunzelnd, ohne jede überflüssige Bewegung (abgesehen vom Lächeln für die Fotografen) saß Count Basie am Flügel, und Joe Turner, diesen fossilen Blues-Sänger, hätte das Publikum am liebsten dabehalten. hk

American Blues Legends 1973

Freitag, Februar 2nd, 1973

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Aus dem „Hamburger Abendblatt“ vom 27.02.1973

Rollender schwarzer Blues berauschte die Jazzfans

Sie heißen Boogie Woogie Red, Oakland Jonny Mars, Paul Riley (unser Bild, von links), Homesick James, Snooky Prior, Lightnin‘ Slim, Whispering Smith und John Hunt. Und sie alle haben den Blues im Blut. Als „American Blues Legends“ kamen sie nach Hamburg, um ihre Folklore, den rockenden, rollenden schwarzen Blues zu spielen. Bis spät in die Nacht hinein war das jugendliche Publikum im Malersaal des Schauspielhauses im Blues-Rausch, der Lahme wieder aufstehen läßt und Traurige zum Lachen bringt. Die Begeisterung beruhte auf Gegenseitigkeit – so viel Resonanz beim Publikum schlug auch die Musiker in Bann, und fast schien es, als wurde gestern eine Brücke vom Malersaal zum Mississippi geschlagen. hk

Rory Gallagher

Montag, Januar 15th, 1973

Sie feierten ihn bis in die tiefe Nacht

15.01.1973

Ein Jahr nach seinem letzten Konzert In Hamburg kam Rory Gallagher, der „weltbeste Gitarrist der Popmusik“, wieder nach Hamburg, und die 2000 Fans in der ausverkauften Musikhalle feierten ihn wie einen verlorenen Sohn. Bis halb zwölf steigerte sich die Begeisterung noch, dann hatte das Publikum Musik „satt“, und Rory konnte wohl auch nicht mehr. Der Anti-Star der Popmusik spielte auch diesmal Blues, Blues und noch einmal Blues. Aber wie er ihn spielt, das ist das Geheimnis seines dauernden Erfolgs: in Gallaghers Musik ist keine Leerstelle, kein tauber Fleck. Wenn er auf der Bühne steht, bleibt weder sein Hemd noch ein Auge trocken.

Das ist der Wortlaut meines Artikels im „Hamburger Abendblatt“ vom 15.1.1973

Hier ein Foto von Rorys Konzerten (1971 und 1973) in der Hamburger Musikhalle:

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Weitere Bilder findet ihr, wenn ihr auf das Foto klickt.

Alexis Korner & Snape

Samstag, November 25th, 1972

Und zum Schluß wackelten die Stühle

Wenn Alexis Korner eine Gitarre in die Hand nimmt und den Mund aufmacht, kommt Blues raus. Und damit steckt der „Vater des weißen Blues“ jeden an, der in seine Nähe kommt – Zuhörer ebenso wie Musiker. So war es auch Freitag abend in der Musikhalle. Alexis stellte wieder einmal eine neue Band vor: „Snape“. Gemeinsam mit seinem Freund Peter Thorup, der seit drei Jahren mit Korner durch die Lande zieht, hat der Meister für „Snape“ noch fünf andere Musiker aus Gruppen wie „King Crimson“ und „Airforce“ zusammengeholt. Und als hätten sie niemals etwas anderes getan, als zusammen den Blues gespielt, zogen die sieben ihre Session auf. Das begann fast wie ein gemütlicher Gedankenaustausch nach Noten. Aber bald kam mehr Dampf in das Spiel – und zum Schluß wackelten in der Musikhalle die Stühle. hk

Hamburger Abendblatt vom 25.11.1972

Hier ein Foto aus dem Konzert. Weitere Bilder auf Flickr.com mit Klick auf das Bild

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American Folk Blues Festival 1972

Mittwoch, März 15th, 1972

Beifall für den Blues

Als gestern abend in der Musikhalle von seinen über 60 Jahre alten Repräsentanten „American Folk Blues“ gesungen wurde, da bestand das Publikum hauptsächlich aus der Generation derer, die angeblich „keinem über 30 trauen“. So faszinierend ist immer noch der Blues.
Ob Big Joe Williams mit harter Greisenstimme so authentisch zur Gitarre sang, als träte er in einem Ballsaal dea Mississippidelta vor 60 Jahren auf, oder ob T-Bone Walker seinen elektronisch verbrämten Blues, Memphis Slim seinen Boogie vortrug: Wenn sie vom morgendlichen Brummschädel, von Liebeskummer oder den Freuden der Liebe sangen, dann klatschten alle Zuhörer den Rhythmus mit. hk

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 15.3.1972

Hier ein Foto von T-Bone Walker: Mehr Fotos durch Klick auf das Bild.

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