Mit ‘Musikhalle’ getaggte Artikel

Status Quo

Mittwoch, 17. September 1975

Aus dem “Hamburger Abendblatt” vom 17.09.1975

Wiedergeburt des Rock ‘n’ Roll

Mit superlautem, frenetischem Rock ‘n’ Roll heizte die englische Band “Status quo” gestern abend in der ausverkauften Musikhalle ein. Einige Zuhörer über 20 ließen sich von dem Krach erschüttern und räumten die Halle – man wird eben alt. Der Rest des Publikums zwischen 12 und 18 Jahren stand von der ersten Note an auf den Sitzen und schlenkerte die Gliedmaßen.

Bei dieser Begeisterung wäre es vermutlich nicht einmal aufgefallen, wenn die vier Musiker von “Status quo” inmitten der übermannshohen Lautsprecher die Musik nur gemimt hätten. Sie aber kamen auf die Bühne und hatten schon gewonnen.

Eine neue Rock-’n’-Roll-Renaissance, so scheint es, bahnt sich an. Diesmal nicht für nostalgische Spät-Twens, sondern für eifrige Teeny-Bopper. hk


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Planxty

Mittwoch, 22. Januar 1975

Aus dem “Hamburger Abendblatt” vom 22.01.1975

Publikum bei Planxty temperamentvoll dabei

Planxty ist ein rätselhafter Name für eine irische Folkloregruppe. Ebenso rätselhaft wie die Anziehungskraft irischer Folklore auf die Hamburger Jugend. Es gibt hier – ein Stammpublikum von 1000 bis 2000 Iromanen, die bei jedem irischen Forklorekonzert in Hamburg dabei sind. So auch gestern abend in der Musikhalle bei Planxty. Die vier jungen Musiker boten die Volksmusik aus der Inselrepublik kunstvoll und lebendig. Da kommt kein noch so großer Muffel darum herum, im Takt mitzugehen und Hände und Füße zu rühren. Diese uralte Musik ist so frisch wie das grüne Gras auf Irlands Weiden heute und vor 100 Jahren. hk


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Udo Lindenberg Mai 1974

Mittwoch, 29. Mai 1974

“Aus dem Hamburger Abendblatt” vom 29.05.1974

Lieder aus der Kneipe sind salonfähig geworden

Udo Lindenberg ist “in”. Wie beim erstenmal vor einem halben Jahr hatte dieser Sänger gestern abend volles Haus in der Musikhalle. Nur war diesmal das Publikum schicker. Jetzt kommen nicht nur die Stammgäste aus der Kneipe, wo er seine Lieder erfindet und wo er sie immer noch singt. Udo Lindenberg und sein Panikorchester sind salonfähig geworden.

Der Rock ‘n’ Roll-Sänger ist deshalb nicht gleich ausgeflippt. Seine Lieder sind noch immer authentische Reportagen von den Phantasien und von der Wirklichkeit dieser Jugend, für die und von der er singt – auf deutsch, damit sie ihn auch versteht. Und schlagfertig wie je reimt Lindenberg zum Beispiel “Grethe Weiser am Synthesizer”. hk


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Canned Heat 1974

Donnerstag, 21. März 1974

Bob Hite und James Shane: Der neue Gitarrist brachte Schärfe ins Spiel von “Canned Heat”

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Aus dem “Hamburger Abendblatt” vom 21.03.1974

Hitze in Dosen, aber zu scharf

Canned Heat – das heißt so viel wie Hitze in Dosen. Und heiß ist sie noch, die Musik der Boogie-Gruppe um Bob, den “Bär” Hite. Aber der einstmals so lässige Sound der Canned Heat hat sich sehr verändert. Der neue Sänger und Gitarrist James Shane hat scharfe, harte Töne ins Spiel gebracht. Das konnte man gestern abend in der Musikhalle beim nahezu ausverkauften Comeback-Konzert der Gruppe hören.

Auch nicht gerade sanft, aber bei aller Spannung schon ausgewogen und solide klang der Blues von dem Ex-Canned-Heat-Gitarristen Harvey Mandel und seinen Leuten im Vorprogramm. Leider fehlte bei Harvey Mandel der Teufelsgeiger Sugarcane Harris: Der unstete Geselle mußte in London ins Gefängnis. hk


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Udo Lindenberg Januar 1974

Dienstag, 22. Januar 1974

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Panikorchester, Katastrophenensemble: Udo Lindenbergs Band “haut einen um”. Noch ist seine Show kein Kommerz, sondern Selbstdarstellung: ein bißchen Panik, ein bißchen Laienspiel. “Alles klar auf der Andrea Doria” heißt der Panik-Hit. Gestern abend gab die Band ihr erstes großes Konzert in Hamburg. Da war “alles klar”. Die Musik heiß wie versprochen, und das Boogie-Woogie-Mädchen der Band, Judith, hatte rote Haare im Scheinwerferlicht und ein ganz nasses Gesicht, wie im Lied. hk

(Hamburger Abendblatt 22.1.1974)


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Adamo

Donnerstag, 15. November 1973

“Hamburger Abendblatt” vom 15.11.1973

Mit Gefühl und Poesie: Ein neuer Adamo

Ein neuer Adamo sang gestern abend in der vollbesetzten Musikhalle. Die Träne, mit der er einst in Deutschland auf Reisen ging, blinkte nicht mehr im Knopfloch seines schwarzen Samtanzugs. Salvatore Adamo hat endlich Texter gefunden, die seine zärtlichen französischen Liedchen einigermaßen angemessen in die deutsche Sprache übertragen.
Ein wenig Kitsch, ein wenig Schmalz, viel Gefühl und Poesie. Adamo Ist nie aggressiv, er singt oft von Feen und Blumen, Bäumen und Wolken – aber er kann auch witzig sein.
Meist wirkt jedoch der 30 Jahre alte Chansonnier wie ein magerer Jüngling, der vor dem Balkon seiner Geliebten ein Ständchen singt. Dann wieder blitzt der Schalk im Jungengesicht.
So oder so: Das Publikum war ganz auf der Seite des Sängers. hk

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Ein Foto aus dem Konzert. Mehr Bilder durch Klick auf das Foto. Der Artikel dazu: www.hklaffs.de


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Fats Domino

Mittwoch, 16. Mai 1973

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Aus dem “Hamburger Abendblatt vom 16.05.1973

Bei Fats rockten alle mit

Der gute alte Rock ‘n’ Roll lebt. Fats Domino hat es bewiesen. Dieser dicke Mann mit dem ewigen Grinsen im quadratischen Gesicht klimperte und sang gestern abend in der knackevollen Musikhalle seine über 20 Jahre alten Songs, als hätte er sie gerade erst erfunden. Genauso lässig, genauso gemütlich und ohne jeden Schnokus wie damals, als der Rock ‘n’ Roll und Fats Domino gleichzeitig in Mode kamen. Ein “Rocker”, sprich Rabauke, war Fats nie. Er har andere Qualitäten. “Jump Blues” nennt man seine Musik: Das bedeutet, zu den Harmonien von “Ain’t that a shame” oder “l’m the Sheik of Araby” kann keiner ruhig sitzen bleiben. Selbst in der ungemütlichen Musikhalle fing gestern abend alles an zu “rocken und zu rollen”.


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Mikis Theodorakis

Freitag, 27. April 1973

Suggestive Lieder

Zum dritten Mal dirigierte und sang Mikis Theodorakis gestern abend in Hamburg seine Lieder: Pathetische Beschwörung eines freien Griechenland Man muß kein Wort Griechisch können, um Theodorakis zu verstehen. Die beste Sprache dieses Mannes ist seine Musik. Ebenso wie seine Art zu dirigieren eine tänzerische Quintessenz all seiner Kompositionen ist, hat er es verstanden, seine politische Aussage ganz in den Gestus seiner Musik zu fassen. Den trotzigen Aufruf zum Widerstand gegen das Athener Regime ebenso wie den Aufruf zur Selbstbehauptung trotz Kerkerelends, wie er es selbst erlitt. Kein Wunder, daß die griechischen Obristen einen freien Theodorakis nur im Ausland dulden mochten. Dabei sind Theodorakis’ Lieder niemals aggressiv. Aber ihrer Suggestion kann sich keiner entziehen. Die rhythmische Folklore löste schon gestern in der Musikhalle einen Beifallssturm ohnegleichen aus. Lethargische Untertanen fand man in diesem Publikum nicht. Wie gefährlich muß diese Musik erst für Diktatoren sein: Wie eine Lunte am Pulverfaß. Kla.

Aus dem “Hamburger Abendblatt” vom 27.4.1973

Hier eins meiner Fotos auf flickr.com. Weitere durch Klick auf das Bild:

Mikis Theodorakis in der Musikhalle Hamburg (heute Laeisz-Halle)


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West, Bruce & Laing 1973

Montag, 16. April 1973

Der explosive Rock der Spät-Twens

(Aus dem “Hamburger Abendblatt” vom 16.04.1973)

Wenn Rockfans höchstes Lob aussprechen, sagen sie: “Das geht ganz unheimlich los!” Die Musik von Jack Bruce, Leslie West und Corky Laing, die als “Bruce, West & Laing” ausgezogen sind, harten Rock zu spielen, ging ganz unheimlich los. Die drei spielten gestern in der ausverkauften Musikhalle zwar fast nur alte bis uralte Titel von Chuck Berrys “Roll over Beethoven” bis zu “Politician” und “Sunshine of Your Love” von der legendären Supergruppe “Cream”. Aber die Machart dieser Musik ließ einem gar keine Zeit, an die gute alte Zeit des Heavy Rock zu denken. Viel zu frisch, viel zu spannend und viel zu explosiv klang das, was diese Spät-Twens da machten. Das sonst oft so muffelige Hamburger Pop-Publikum ließ sich denn auch nicht lumpen und gab enormen Beifall. hk

Hier ein Foto aus dem Konzert. Weitere meiner Bilder von flickr.com durch Klick auf das Foto.

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Led Zeppelin 1973

Donnerstag, 22. März 1973

Mein Konzertbericht aus dem “Hamburger Abendblatt” vom 22.3.1973

Selbst viele Fans flohen vor dem Lärm

“Wir wollen den Fans ordentlich einheizen”, hat Gitarrist Jimmy Page von der Rockgruppe Led Zeppelin vor der Deutschland-Tournee gesagt, die das gut verdienende Quartett gestern nach Hamburg führte.
Die Musikhalle war restlos ausverkauft – der Name Led Zeppelin hat trotz abschlaffender Pop-Welle nicht an Anziehungskraft verloren. Aber gegen Schluß des Konzerts verließen viele Fans vorzeitig den Saal. Denn von der Musik der Gruppe war nicht viel zu hören.
Zwischtöne gingen unter im ohrenbetäubenden Lärm. Die Phonstärke der Led-Zeppelin-Musik hätte für ein 20 000 Mann fassendes Stadion gereicht – in der relativ kleinen Musikhalle lag der Schallpegel bei den meisten Stücken weit über der Schmerzgrenze.
Dennoch dankte das jugendliche Publikum für jedes Stück mit viel Beifall. Freudiger Applaus begrüßte schon die ersten Takte jedes Led- Zeppelin-Hits. Schließlich kannten die meisten, die sich da manchmal die Ohren zuhielten, den wahren Klang dieser Musik wenigstens von Platten. hk

Hier eins meiner Fotos auf Flickr.com – weitere Fotos bei Klick auf das Bild.

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Robert Plant in Action


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